07.08.2018

von Gabi Arnold B° RB

Wirtshauskultur

Regionalmanagement Coburg lädt zum Ost-West-Dinner mit Zeitzeugengesprächen ein

Radio EINS Moderator Rico Böhme führt durch den Abend, an dem die Zeitzeugen Dr. Heinz Köhler und Willibert Lankes (von rechts nach links) die Teilnehmer an ihren Erinnerungen und Erlebnissen aus der Grenzzeit teilhaben ließen

Wie war das damals, als der sogenannte eiserne Vorhang Deutschland trennte? Wie erlebten die Menschen in der Region die deutsch-deutsche Geschichte? Um Fragen wie diese drehten sich zwei Veranstaltungen, zu denen das Regionalmanagement Coburg unter dem Motto „Coburger Wirtshauskultur“ eingeladen hatte. 

Trotz schwülheißer Temperaturen war die Resonanz groß: Die Teilnehmer aus Ost und West erhielten Informationen aus erster Hand und bekamen ein Drei-Gänge-Dinner mit typischen thüringischen und fränkischen Spezialitäten serviert. 

„Mit den Veranstaltungen möchten wir die Teilnehmer für ein prägendes Stück der deutschen Geschichte sensibilisieren“, sagte Annabelle Menzner vom Regionalmanagement Coburg. Das Konzept ging auf: Über 100 Besucher kamen zu den historischen Orten, lauschten den Zeitzeugen oder tauschten sich über ihre eigenen Erfahrungen aus. Die Geschichte der Trennung Deutschlands ereignete sich schließlich direkt vor der Haustüre. Denn nur wenige Kilometer von Coburg entfernt lag einst das Grenzgebiet, das die Menschen über Jahrzehnte voneinander trennte. 

Ein besonders prägnanter Ort ist Billmuthausen, ehemals ein kleines Dorf in Thüringen, das von dem DDR-Regime dem Erdboden gleich gemacht wurde. Heute erinnern noch eine Gedenkstätte und die Gräber des Friedhofes daran, dass hier einst Menschen beheimatet waren. Die Geschichte des „geschliffenen“ Dorfes machte Dr. Rüdiger Stengel vom Förderverein der Gedenkstätte Billmuthausen erlebbar. Nach diesem beeindruckenden Besuch ging es weiter in den Landgasthof Wacker, wo Dr. Heinz Köhler, früherer Landrat von Kronach, und Willibert Lankes, ehemals Grenzpolizist in Neustadt, unter der Moderation von Rico Böhme von Radio Eins in die Vergangenheit blickten. 

Die zweite Veranstaltung führte die Teilnehmer an die frühere Grenzübergangsstelle „Eisfeld-Rottenbach“. Gerd Braun, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Eisfeld, berichtete über die aufwühlende Zeit in der damaligen DDR. Im Gasthaus „Zum Auerhahn“ in Rottenbach moderierte Oliver Schmidt, Reaktionsleiter des Coburger Tageblatts, den Abend und erzählte Anekdoten von seinen ersten Begegnungen mit den Menschen aus der damaligen DDR. Die Zeitzeugen des Abend waren Reiner Sesselmann, früherer Landrat von Sonneberg, und René Hähnlein, ehemals politischer Häftling in der DDR. Von Sesselmann erfuhren die Gäste zum Beispiel, wie er zum Schmuggler wurde und von dessen Treffen mit Michael Gorbatschow. Hähnlein erzählte, weshalb er und seine Familie inhaftiert wurden und warum er sich bei der „Linken“ engagiert. 

Nicht nur Besucher waren begeistert sondern auch Regionalmanager Stefan Hinterleitner. „Wir freuen uns, dass wir spannende Charaktere gefunden haben, die mit uns ihre Erlebnisse geteilt haben“, resümierte er. Mit den beiden Gasthäusern habe das Coburger Regionalmanagement außerdem den passenden Rahmen gefunden. Denn: „Wirtshauskultur bedeutet zusammenkommen und sich auszutauschen.“ 

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