28.11.2018

von B° RB

4.48 Psychose


Schauspiel von Sarah Kane | Deutsche Übersetzung von Durs Grünbein. Ein Blick ins Innere der Seele: Sarah Kanes "4.48 Psychose" feiert Premiere in der Reithalle in Coburg

Axel Sichrovsky

Am Freitag, 30. November um 20:00 Uhr feiert Sarah Kanes „4.48 Psychose“ Premiere in der Reithalle Coburg. In dem im Jahr 2000 posthum uraufgeführten Stück, das Sarah Kane, eine der wichtigsten Dramatikerinnen der 1990er Jahre, kurz vor ihrem Selbstmord schrieb, gibt die Autorin in schonungsloser Offenheit die Innenschau einer Depression preis. Dabei ist „4.48 Psychose“ weit mehr als ein autobiografischer Text.

Um 4.48 Uhr beginnt die kurze Zeitspanne – exakt eine Stunde und 12 Minuten – zwischen zwei Medikamentengaben, eine Zeitspanne voller Klarheit, aber auch voller Schmerz. In ihrem poetisch verdichteten Text „4.48 Psychose“ beschreibt die britische Autorin Sarah Kane die Innenwelt einer Person mit einer psychischen Erkrankung. Gespräche mit Therapeuten und Ärzten, rätselhafte Zahlenkolonnen, exakte Beschreibungen der Nebenwirkungen der Psychopharmaka, mit denen sie behandelt wurde, und lyrische Passagen, in denen sie ihren Gefühlen der Isolation und Entfremdung Ausdruck verleiht, folgen unvermittelt aufeinander in einem Text, der keine Rollenzuteilungen oder Regieanweisungen kennt. In der Coburger Inszenierung bringen die Schauspieler Eva Marianne Berger, Solvejg Schomers und Valentin Kleinschmidt den Text auf die Bühne. 

Nach seiner hochgelobten Inszenierung von Elfriede Jelineks „Wut“ (2016) kehrt Regisseur und Schauspieler Axel Sichrovsky zurück ans Landestheater Coburg. „Der Zuschauer soll sich auf sinnlicher Ebene in den Kranken einfühlen“, so Sichrovsky. Seine zentralen Themen in der Auseinandersetzung mit Kanes Text sind Grenzen und Bindung. Das gestörte Verhältnis des manisch-depressiven oder bipolaren Ichs zu seiner Umgebung, dem es nicht mehr gelingt sich ins Verhältnis zu ihr zu setzen, erzeugt Not. Gemeinsam mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Katrin Wittig betrachtet Sichrovsky den Bühnenraum als geistig-seelischen Raum eines psychisch kranken Menschen, in dem sich jederzeit alles in alles verwandeln kann. Dabei arbeitet er auch mit Zeichnungen, die live auf der Bühne entstehen (Zeichnerin: Karin Ellmer) und einer akustischen Ebene durch den Musiker Gustavo Strauß (Violine).  

4.48 Psychose. 
Schauspiel von Sarah Kane | Deutsche Übersetzung von Durs Grünbein



Premiere Freitag, 30. November 2018
, 20:00 Uhr, Reithalle



Inszenierung: Axel Sichrovsky


Bühne und Kostüme: Katrin Wittig


Dramaturgie: Carola von Gradulewski

Valentin Kleinschmidt
Eva Marianne Berger
Solvejg Schomers
Musiker Gustavo Strauß
Zeichnerin Karin Ellmer


Weitere Vorstellungen


So, 02.12.2018, 20:00 Uhr


Di, 18.12.2018, 20:00 Uhr


Mi, 19.12.2018, 20:00 Uhr


Do, 07.02.2019, 20:00 Uhr


Fr, 08.02.2019, 20:00 Uhr


Sa, 09.02.2019, 20:00 Uhr


Fr, 22.02.2019, 20:00 Uhr


Sa, 23.02.2019, 20:00 Uhr


So, 24.02.2019, 18:00 Uhr (zum letzten Mal)


Karten

Theaterkasse DI bis FR 10:00 – 17:00 Uhr, SA 10:00 – 12:00 Uhr

AWO – Mehr Generationen Haus, Neue Presse, Coburger Tageblatt, Schuhhaus Appis Bad Rodach, Buchhandlung Stache Neustadt bei Coburg/Rödental, Touristinformation & Naturparkcenter Sonneberg, Kur & Tourismus Service Bad Staffelstein, Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH und alle bekannten Vorverkaufsstellen von Reservix

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