04.04.2014

von B° RB

Häusliche Gewalt

Das Leiden im Verborgenen – Runder Tisch "Häusliche Gewalt" tagte bei der AOK

Runder Tisch in Coburg

Der vierte Runde Tisch Häusliche Gewalt nahm sich des Themas Gewalt im Alter an. Bei dem Treffen in der AOK Coburg kamen wieder viele Vertreter/innen der Coburger Institutionen zusammen., die am Thema häusliche Gewalt interessiert sind, AOK – Direktor Christian Grebner stellte in seiner Begrüßung  die Wichtigkeit heraus,  Menschen für das heikle Thema häusliche Gewalt im Alter zu sensibilisieren und mehr als die bekannte „Spitze des Eisbergs“ aufzuzeigen.

Heidi Müller, versierte Pflegeberaterin der AOK, erläutert die Aufgaben der  Pflegekasse und der Pflegeberatung, die bei der AOK angesiedelt ist. Sie macht deutlich, welche Möglichkeiten der Beratung als Pflegebedürftige/r oder Angehörige/r in Anspruch genommen werden kann. Der Beratungsprozess ist sehr umfassend und reicht von der reinen Information über die Maßnahmenplanung, bis hin zu der Durchführung und Überprüfung Die Beratung ist neutral und soll die Selbstbestimmtheit der Betroffenen stärken.

Peter Schubert, der Leiter des Sozialamts Coburg, berichtet in seinem Vortrag vom Vorkommen und den Tücken häuslicher Gewalt im Zusammenhang mit häuslicher Pflege. Dadurch, dass immer mehr Menschen pflegebedürftig werden, kommt es auch vermehrt zu psychischen und physischen Übergriffen durch Pflegepersonen, Angehörige oder die Pflegebedürftigen selbst. Häusliche Gewalt ist nicht nur die körperliche Gewalt, an die meist bei diesem Begriff sofort gedacht wird, sondern beginnt bereits bei passiver oder aktiver Vernachlässigung. Mögliche Formen können hier die fehlende Ruhe, die schlechte Hygiene oder auch der Zwang zu Essen oder zu Duschen sein. Das Problem bei der Erkennung von häuslicher Gewalt sieht Herr Schubert in der Abhängigkeit, der Demenz oder gar der Angst vor einer möglichen Eskalation der Pflegebedürftigen. Diese Übergriffe können allerdings auch durch unterschiedlichste Personengruppen wie Ärzten, Verwandten oder sogar Nachbarn geschehen. Wichtig ist es in solchen Fällen nicht wegzusehen, sondern rechtzeitig zu intervenieren und nach Möglichkeiten der Prävention und Beratung zu suchen. Diese gewährt z. B.  der Pflegestützpunkt Coburg oder auch ambulante Pflegedienste. Herr Schubert machte deutlich, dass es leider auch in Coburg erschreckende Beispiele bereits gibt.  

Bereits 2009 hatte sich eine Arbeitsgruppe zum Ziel gesetzt , das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen und Hilfsmöglichkeiten zu etablieren. Gemeinsame mit den Organisatorinnen des Runden Tisch Häusliche Gewalt richtet er einen Aufruf zur Mitarbeit an die teilnehmenden Gäste.

Die Initiative „Runder Tisch Häusliche Gewalt“ ist breit aufgestellt und durch ihre vielen Beteiligten aus unterschiedlichsten Organisationen und Institutionen sehr großflächig vernetzt. Für die Zukunft sind die Klärung rechtlicher Probleme, die Sensibilisierung für das Thema, Möglichkeiten für eine Unterbringung in Notfällen und die Einführung eines Notfalltelefons geplant. 

Durch den Runden Tisch Häusliche Gewalt wurden bereits eine Bäckertütenaktion der Bäckerei Reißenweber, ein Notfallkärtchen und die Initiative für eine Ärztefortbildung ins Leben gerufen. 

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