Ketschengasse

Stadtplan Coburg
Vom Marktplatz zum Ketschentor führt die Ketschengasse in Coburg bogenförmig ca. 300 Meter nach Süden.

Vom Marktplatz zum Ketschentor führt die Ketschengasse bogenförmig ca. 300 Meter nach Süden. Sie ist ein Teil der schon im Mittelalter wichtigen Verkehrsachse Nürnberg-Erfurt. Bis 1983 war die Ketschengasse bis zur Verlegung der Bundestraße (B4) die Hauptdurchgangsstraße.
Zwischen Markt und der Seitenstrasse "Untere Anlage, wo ehemals das Innere Ketschentor stand, besteht die Bebauung aus viergeschossigen Häusern. Der südliche Abschnitt war ursprünglich niedrig und locker bebaut und gehörte zur Ketschenvorstadt mit dem Säumarktbrunnen als Kern. Die Ketschenvorstadt war der erste neue Stadtteil, der sich vor dem inneren Mauerring entwickelte. Die meist dreigeschossigen Häuser vor dem Äußeren Ketschentor, stammen aus dem 18./19. Jahrhundert.
Die Ketschengasse steht heute nach dem Denkmalschutzgesetz unter Ensembleschutz.  Im Jahre 2004 wurde durch den Stadtrat das Sanierungsgebiet "Ketschenvorstadt" festgelegt. Seit 2010 laufen umfangreiche Sanierungsarbeiten, die durch private Eigentümer, die Gemeinnützige Wohnungsbau- Wohnungsförderungsgesellschaft der Stadt Coburg und der Stadt Coburg durchgeführt werden.
Im Gegensatz zu vielen anderen Einkaufsstrassen befinden sich in der Ketschengasse viele kleine Fachhändler.

Der Name Ketschengasse

Das Wort "Ketschen" ist im Coburger Raum öfter zu finden: Ketschendorf, Ketschenbach oder auch Ketschendorfer Straße. Würde Coburg an einem größeren See liegen, wäre die Herkunft des Namens einfacher zu erklären. In der Straße wären dann Boote gebaut worden, nämlich ein Segelboot mit zwei Masten. Für die Namen in Coburg kann man dies ausschließen, da die Itz für diese Boote zu klein ist.

Die Wortherkunft für die Ketschengasse für Coburg leitet Franz Eberlein in seinem Buch "Die Straßennamen der Stadt Coburg" aus dem slawischen ab. "Bach des Chotes" wurde im laufe der Jahre zu "khätsen" abgeschliffen. Um 1075 wird erstmals Ketzendorf erwähnt. Wie bei vielen anderen Straßennamen ist die Wortherkunft nicht eindeutig zu klären.

Häuser in der Ketschengasse

Ketschengasse 7

Bereits 1444 entstand das "Münzmeisterhaus" benannt nach dem Beruf des Erbauers, des Münzmeisters von Rosenau. Das Haus war eines der ersten gotischen Fachwerkbauten in Coburg. Von 1854-1901 wurde das Gebäude von der Alexandrinenschule genutzt. Heute ist es ein Wohn- und Geschäftshaus. Die Dachgauben wurden im 18. Jahrhundert erstellt.

Ketschengasse 22

Das Haus wurde 1905 von August Berger nach Plänen des herzoglichen Hofbaurates Calr Kleemann erbaut. Berger und Kleemann haben noch eine mehrere Häuser in Coburg erbaut bzw. geplant. Die Jugendstilfassade hebt sich gegenüber den im spätbarocken bzw. klassizistischen Stil erbauten Nachbarhäuser ab.

Ketschentor

Genau genommen handelt es sich um das äußere Ketschentor, das innere stand in der Nähe des Albertsplatzes. Es wurde 1791 abgebrochen. 1303 wird als Baujahr für das äußere Ketschentor genannt. Die zweite Tordurchfahrt wurde 1956 geschaffen um den Verkehrsfluss auf der Hauptdurchgangsstraße flüssiger zu gestalten. Zur Zeit gibt es Überlegungen im Rahmen der Stadtsanierung den ehemaligen Zustand wieder herzustellen.

Teilen: