Coburger Zwiebelmarkt

Im Jahre 1466, bewilligte Herzog Wilhelm II. von Sachsen, genannt der Tapfere, einen vierten Jahrmarkt für die Vestestadt. Nach der im Stadtarchiv aufbewahrten fürstlichen Urkunde wurde der Markt jeweils einen Tag vor und nach Mariä Geburt (08. September) abgehalten. 
Der erste Markt um den 8. September fand wohl noch viele Jahre früher im Hochmittelalter statt, denn in der besagten Urkunde wird er schon als „hergebracht und gebraucht“ beschrieben.

Das Angebot beim Zwiebelmarkt hat Tradition. So gibt es auf dem Marktplatz, der Spitalgasse und dem oberen Steinweg neben Strümpfen, Bürsten oder Gewürzen eben auch alles um die Zwiebel zu kaufen - eine Mischung wie sie typisch für einen Jahrmarkt und Anziehungspunkt für viele Interessierte ist.
Natürlich sind auch die Gaumenfreuden groß: So gibt es nicht nur Coburger Zwiebelkuchen und Federweiser, die Coburger Gasthäuser verwöhnen ihre Gäste auch mit internationalen Zwiebelgerichten und –spezialitäten. Viele Coburger Geschäfte locken zudem mit Zwiebelmarkt-Sonderangeboten („zu Preisen, bei denen die Augen tränen“). Als Maskottchen und Sympathieträger wird das „Coburger Zwiebelmannla“ alle Aktivitäten begleiten. Und am Freitag wählt eine Jury den schönsten Marktstand, der mit einer silbernen, von Juwelier Stefan Stahl gefertigten Zwiebelkette, ausgezeichnet wird.

Der Zwiebelmarkt einst und heute
Der Zwiebelmarkt war einst Coburgs beliebtester Jahrmarkt. Wenn die „Bamberger Zwiebeltreter“ mit ihren Fuhrwerken in die Stadt zogen, wenn die Zwiebelsäcke in der Ketschengasse haushoch aufgetürmt wurden und der Duft von Zwiebelkuchen und Speck sich mit dem Bratwurstduft mischte, waren Alt und Jung auf den Beinen.
Von der einstigen Attraktivität ist nicht viel geblieben – nicht zuletzt weil kaum ein Stadtbewohner heute noch seinen Jahresbedarf an Zwiebeln beim Bauern kauft und säckeweise im Keller einlagert.

Wie der Petri- und der Martinimarkt, oder der Oster- und der Sommermarkt ist der Zwiebelmarkt heute ein Jahrmarkt, der donnerstags und freitags stattfindet und bei dem aus Verkaufsfahrzeugen und Ständen ein bunt gemischtes Sortiment angeboten wird. Manche kritisieren die dicht aneinander gereihten und nicht immer nach dem Gesichtspunkt der Ästhetik gestalteten Stände in der Fußgängerzone als Beeinträchtigung des Stadtbilds und nicht mehr zeitgemäße Form des Verkaufens. Andererseits ziehen sie durchaus ihr spezielles Publikum an.  

Termin: zweiter Donnerstag und Freitag im September

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